Wann (und warum) entsteht ein Herzfehler?

Der menschliche Fetus besitzt in den ersten Lebenswochen einen Vorhof, eine Herzkammer und einen herznahen Arterienstamm. Die Ausbildung von zwei Herzteilen und zwei Kreisläufen ist dadurch möglich, weil Scheidewände die Herzhöhlen unterteilen, es kommt zu komplizierten Drehungsvorgängen. Störungen dieser fetalen Herzentwicklung sind die Ursache der angeborenen Herzfehler, wobei man den eigentlichen Grund in einem Großteil der Fälle nicht kennt. Die überwiegende Mehrzahl der angeborenen Herzfehler (ca 80%) entsteht quasi schicksalshaft und ohne eine fassbare Ursache. Bei acht Prozent liegt ein genetischer Defekt vor. Zusätzlich können Viruserkrankungen (z. B. Rötelinfektion in der Schwangerschaft), exzessiver Alkoholkonsum und manche Medikamente in der frühen Schwangerschaft zu Herzfehlern führen. Eine Schädigung in der Schwangerschaft - zum Beispiel durch Medikamente oder Viren - ist aber selten und liegt im Bereich weniger Prozente.

Bei diesen Herzfehlern durch schädigende Einflüsse in Schwangerschaft stehen heute Antiepileptika im Vordergrund, etwa 1 von 300 Frauen leidet unter einer zumeindest zeitweise medikationsbedürftigen Epilepsie; das Risiko des Kindes, einen Herzfehler zu bekommen ist um das 1,5 fache erhöht. Aus historischen Gründen wird an Contergan erinnert, das neben Extremitätenfehlbildungen auch Herzfehler verursacht hat. Auch Retinoide und Lithium können die Entwicklung des Herzens stören.

Einige der bekannten Ursachen sind Infektionserkrankungen während der Schwangerschaft. Man hat eine Rötelninfektion der Mutter während der ersten drei Schwangerschaftsmonate, Infektionen mit Zythomegalie-Viren und Herpes mit der Entstehung von angeborenen Herzfehlern in Verbindung gebracht. Ein Diabetes mellitus der Mutterführt in Abhängigkeit von der Stoffwechsellage zu Fehlbildungen des Feten zwischen 2 und 16%. Wichtig ist also die optimale Einstellung des Blutzuckers. Auch Stoffwechselerkrankungen, insbesondre die PKU könen in bis zu 15% zu einem Herzfehler führen.

Neben einer geistigen Behinderung, einem Minderwuchs und typischen Gesichtsdysmorphien kommt es bei etwa 29% der Fälle von exzessivem Alkoholkonsum zu Herfehlbildungen. Zigarrettenrauch und Drogen führen nicht zu Herzfehlern.

Komplikationen eines Herzfehlers

Die bakterielle Endocarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut vor allem an den Herzklappen. Ausgangspunkt dieser Entzündung ist in der Regel eine Schädigung des betroffenen Bereiches in Zusammenhang mit bestimmten Bakterien. Genaue Zahnhygiene ist wichtig, ebenso eine Antibiotikagabe vor Eingriffen im Mund-, Hals-, Nasen- und Ohrenbereich, im Magen- Darmtrakt, im Harn- und Genitalbereich.