Ausgangspunkt
Etwa 8–10 von 1.000 Kindern leiden an einer angeborenen Fehlbildung des Herzens oder der großen Gefäße, mittlerweile erreicht der weitaus größte Teil der Betroffenen das Erwachsenenalter. Diese Prognoseverbesserung ist eng mit einer frühzeitigen Diagnostik verbunden. In Österreich sind derzeit etwa 800 Kinder pro Geburtsjahrgang betroffen.
Kinder haben ein sehr breites Spektrum unterschiedlicher Herzfehler; Aussagen über Prognose und Art der Therapie sind nur bei genauer Kenntnis des individuellen Herzfehlers möglich. Ein solcher Herzfehler kann bereits bei der Geburt offensichtlich sein, manchmal bleibt er jedoch jahrelang unbemerkt; häufig wird bei einer Routinekontrolle ein "Herzgeräusch" festgestellt.
Dieses neu diagnostiziertes Herzgeräusch stellt eine der häufigsten Ursachen der Zuweisung zum Kinderkardiologen dar. In der Altersgruppe vom 1. bis zum 14. Lebensjahr ist – je nach Literaturquelle – bei zwischen 32% und 75% aller Kinder ein Herzgeräusch feststellbar. Bei dem überwiegend größtem Teil dieser Herzgeräusche handelt es sich um ein akzidentelles Herzgeräusch (Wachstumsgeräusch), dennoch sollte eine Abklärung und somit der Ausschluss eines Herzfehlers durchgeführt werden, da etwa jedes hundertste dieser Kinder auch tatsächlich einen zugrundeliegenden Herzfehler hat. Eine möglichst frühzeitige Diagnostik zur Vermeidung von Komplikationen ist anzustreben. Ein typisches Beispiel wäre der unentdeckte ASD II, der bei einer Therapie jenseits des 40. Lebensjahres eine Mortalität von bis zu 50% aufweist.
Viele Patienten mit angeborenen Herzfehlern bedürfen auch nach einem primär erfolgreichen Eingriff eine kinderkardiologischer Weiterbetreuung. Besonderer Beachtung bedürfen sog. Rest- und Folgezustände nach operativer Behandlung.
Der klassische Weg der Durchuntersuchung mit Überweisung zu EKG und Thoraxröntgen hat sich als wesentlich ineffektiver und teurer erweisen als die möglichst frühzeitige Überweisung zum pädiatrischen Kardiologen, der dann entscheidet, ob eine Echokardiographie erforderlich ist.
Als state of the art ist die möglichst frühzeitige Überweisung zur Abklärung bei einem Kinderkardiologen publiziert.
Online Service
auf www.kinderarzt.at
(DDr. Peter Voitl)


