Arten von Herzfehlern

Kinder haben ein sehr breites Spektrum unterschiedlicher Herzfehler. Aussagen über Prognose und Art der Therapie sind nur bei genauer Kenntnis des individuellen Herzfehlers zulässig.

Der häufigste Herzfehler (22 Prozent aller Herzfehler) ist der Ventrikelseptumdefekt (ein Loch in der Scheidewand zwischen der rechten und der linken Herzkammer). Ein kleiner Defekt im muskulären Anteil der Scheidewand kann sich mit zunehmendem Wachstum des Kindes von selbst verschließen. Ein Defekt kann auch so groß sein, dass eine akute Gefährdung des Kindes vorliegt und eine Therapie durch Medikamente allein nicht ausreicht und eine eine Operation erfolgen muß.

Häufige Herzfehler wie der VSD haben eine vergleichsweise niedrige Sterblichkeit, während seltenere komplexe Fehlbildungen mit einer gesteigerten gefahr verbunden sind.

Die Möglichkeiten, ein Kind mit einem Herzfehler durch Medikamente allein zu heilen, sind sehr beschränkt; das Herz kann allerdings gut mit Medikamenten unterstützt werden. Die Korrektur eines Herzfehlers ist oft nur durch eine Operation möglich.

Einige häufige Herzfehler sind:

Der Kammerseptumdefekt (VSD)

Bei einem Ventrikelseptumdefekt handelt es sich um eine Kurzschlussverbindung zwischen der linken und der rechten Herzkammer. Es ist der am häufigsten auftretende angeborene Herzfehler.

In 30 - 50 % der Fälle kommt es zu einem Spontanverschluß der VSD in den ersten Lebensjahren. Große VSD müssen im ersten Lebensjahr Verschlossen werden. Mittlere und kleine , die beschwerdefrei sind, rechtfertigen eine zuwartende Therapie.

Der Vorhofseptumdefekt (ASD)

Der Vorhofseptumdefekt ist eine Kurzschlussverbindung zwischen dem linken und dem rechten Vorhof. Die Häufigkeit ist je nach Autor von 6-8 % [3] bis 10 % aller angeborenen Vitien. Operative Korrektur im Vorschulalter ist indiziert bei einem Links-Rechts-Shunt von mehr als 30% des Körperkreislauf-Zeit-Volumens.

Erworbene Herzfehler

In ihren Auswirkungen sind angeborene und erworbene Herzfehler ähnlich. Unter den erworbenen Herzklappenfehlern stehen eindeutig die Erkrankungen der Aorten- und Mitralklappe im Vordergrund. Dank der Antibiotikaprophylaxe sind rheumatische Mitral- und Aortenklappenfehler seltener geworden.

Im Rahmen von Systemerkrankungen kann es zu einerHerzbeteiligung kommen, hier wird das Ausmaß von der Grunderkrankung bestimmt.

Das Kawasaki-Syndrom

Bei dieser akut verlaufenden entzündlichen Erkrankung können alle Organe betroffen sein. Es kommt zu einer Gefäßentzündung, die alle Arterien, vor allem aber die Herzkranzgefäße des Körpers erfassen kann. Es sind überwiegend Kinder in den ersten fünf Lebensjahren betroffen. Bislang ist die Krankheitsursache unbekannt. Es wird aber angenommen, dass verschiedene Gift produzierende Bakterien oder Defekte der körpereigenen Immunabwehr für die Krankheit verantwortlich sind. Man sollte unverzüglich einen Arzt aufsuchen, wenn ein Kind höher fiebert und Symptome bestehen.

Herzrhythmusstörungen

Bei Babys und Kleinkindern ist die Ruhefrequenz viel höher. Neugeborene haben eine Frequenz zwischen 110 und 150 Schlägen/min., Vorschulkinder zwischen 85 und 115 Schlägen/min., Im Schulalter liegt die Frequenz bei 80-90 Schlägen/min. Eine Rhythmusstörung liegt bei jeder Abweichung von der normalen Herzaktivität vor. Das kann die Frequenz betreffen, aber auch die Regelmäßigkeit der Herzschlagfolge. Man muß daher verschiedene Formen von Rhythmusstörungen unterscheiden: die sog. bradykarden Störungen, bei denen das Herz zu langsam schlägt, die sog. tachykarden Störungen, bei denen es zu schnell schlägt. Einen anderen Stellenwert bekommen diese Extraschläge, wenn eine Grunderkrankung vorliegt wie etwa eine Herzmuskelentzündung nach einem grippalen Infekt.

Oft nimmt man erste Anzeichen gar nicht wahr. Herzstolpern wird erst bei mehreren Extraschlägen hintereinander bemerkt. Phasen von Herzrasen werden oft ignoriert und leicht mit körperlicher Anstrengung in Zusammenhang gebracht. Sie fallen erst richtig bei längeren und sehr schnellen Frequenzphasen auf, besonders, wenn gleichzeitig ein unregelmäßiger Herzschlag besteht. Übelkeit, Schwindel oder Druckgefühl über der Brust können erste Anzeichen einer Rhythmusstörung sein; seltener treten Ohnmachtsanfälle auf. In den meisten Fällen ist eine medikamentöse Behandlung ausreichend.